„Past Cure“ – Review (PC)

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Wir haben uns an das Debütwerk „Past Cure“ des Berliner Indiestudios Phantom 8 gewagt und verraten euch was euch erwarten wird.

Treffe Ian, den Ex-Soldaten

Ian ist ein Ex-Soldat, der eines Tages auf einer Autobahn in England aufwacht, nachdem er aus einem Flugzeug gestiegen ist welches aus Syrien kam. Er erkennt, dass zwischen diesen beiden Ereignissen drei Jahre vergangen sind. Er hat kein Ahnung, was während der abgelaufenen Zeit passiert ist.

Seit seinem Vorfall hat Ian seltsame Träume und Illusionen, außerdem hat er entdeckt, dass er zwei übernatürliche Fähigkeiten erlangt hat. Die erste ermöglicht es ihm außerkörperliche Erfahrungen zu machen, welche es ihm erlauben, seine Umgebung zu beobachten und sogar mit seiner Umgebung zu interagieren. Seine zweite Fähigkeit gibt ihm die Macht, Dinge in Slowmotion zu sehen, während er sich selbst normal bewegt. Beide Fähigkeiten verbrauchen jedoch seine Ausdauer. Um letzteres wieder aufzufüllen, muss er zu den kryptischen „Blues“ greifen, Pillen die er im tiefen Netz gekauft hat.

Er ist seit einiger Zeit mit seinem Bruder Markus zusammen, um diejenigen zu finden, die ihm Unrecht getan haben und ihnen eine Mahlzeit zu servieren, die man am besten kalt serviert: Rache!

 

Und immer wieder grüßt das Murmeltier Gameplay

Nachdem man zwei ganze Kapitel durchgearbeitet hat, die als Tutorial dienten (es fühlte sich an, wie ein Drittel des Spiels!), würde man einige aufregende Hands-on-Action erwarten. Wenn man also beauftragt wird, ein Gebäude zu infiltrieren, indem man sich an Wachen und Überwachungskameras vorbei schleicht, kommt das Wissen aus dem lehrreichen (und sehr langwierigen) Tutorial zum Vorschein: Geh ratlos voran, verstecke dich hinter Mauern, um nicht gesehen zu werden oder schleiche an Wachen vorbei und nutze die Astralprojektion, um Kameras unfähig zu machen. Aber die Sache ist die, man muss es für das ganze Level tun, was im Grunde ein endloser Parkplatz ist. Um den Spieler unter die Arme zugreifen, dachte Phantom 8 irgendwie, dass es ausreichend wäre, eine Mechanik zu entwickeln, indem der Spieler diese wiederholt, bis das Kapitel vorbei ist. Indem der Spieler seine Aktionen immer wiederholt, verliert das Gameplay jeglichen Sinn für Originalität und endet monoton. Die Action- und Stealth-Sequenzen sind geschmacklos, und die vielversprechendsten Spielmechaniken des Spiels, die „Astralprojektion“ und die Zeitmanipulation (Slowmotion), werden kaum genutzt. Darüber hinaus werden die Feinde von eher simplifizierter KI kontrolliert, die ebenso einfache Dinge auf Wiederholung murmeln. Es genügt zu sagen, dass wir das Gameplay sehr langweilig fanden, um es gelinde und gut mütig auszudrücken.

Zu allem Überfluss mangelt es der Umwelt pathologisch an Vielfalt. Man bekommt ähnlich wie in einen hack and slay ähnliche Sequenzen wieder und wieder zu sehen. So sehr, dass wir daran zweifelten, ob es einen Fehler im Spiel gab oder wir uns im Kreis bewegten … Leider falsch! An dieser stellt konnte man, dass Umwelt-Recycling offensichtlich sehen.

Stellt euch einfach mal vor, Ihr wurdet die gleiche Aktion immer wieder in ähnlichen Einstellungen durchführen, abgesehen von ein paar kleinen Änderungen hier und da. Das ist die Tortur, die man durch den Großteil der Past Cure erlebt.

 

Ich war schon einmal hier …

Past Cure versuchte zu viele Dinge auf einmal und endete in einem großen Durcheinander. Man versuchte, Spannung und mysteriöse Elemente in die Handlung einzubauen, aber die Art, wie sie ausgeführt wurden, ließ die Erzählung mehr durcheinander geraten als alles andere. Die Sprecher halfen auch nicht gerade, das „Kinoerlebnis“ zu beleben. All zu oft hörten sie sich an, als würden sie nur ein paar Zeilen lesen, ohne sich darum zu kümmern, Gefühle mit rüber zubringen. Ein schwacher Plot, was noch von mittelmäßigen Sprechern unterstüzt wird, ist das perfekte Rezept für eine Katastrophe.

Es gibt aber einen sehr kleinen Lichtblick. Eines der späteren Kapitel war jedoch interessant, als Ian sich in einem unheimlichen verlassenen Gefängnis befand, aus dem er flüchten musste. Während er einige Rätsel löste (die Suche nach dem elektrischen Raum durch das Folgen des elektrischen Kabels war unerwartet lustig, was aber aussagt, wie niedrig das Niveau des Spaßes diesen Titel gesetzt ist). Dies war das Beste, was das Spiel bieten konnte. Kein Wunder, dass dieses Kapitel für die Demo des Spiels verwendet wurde…

 

Aller Anfang ist schwer…

Past Cure wurde von einer kleinen Indie-Gruppe mit einem knappen Budget gemacht und ist das erste Spiel dieser Gruppe. Sicherlich war das Konzept des Spiels anständig genug, Phantom 8 zu ermutigen, vorwärts zu gehen und das Spiel zu realisieren.

Die Videospielwelt jedoch, in der Ian sich befindet, ist grundlegend fehlerbehaftet. Von schwachen Erzählungen zu einer schlecht ausgeführten Handlung, die mich persönlich mehr als einmal verwirrt hat. Bis hin zu Grafiken, die sich oft wie in einem HD-Remaster eines PS2-Spiels anfühlten.

Dennoch hätte man mit dem was man abliefern wollte, etwas realistischer sein sollen. Wenn man ein Third-Person-Spiel mit einer „cineastischen Erfahrung“ und „hochwertigen Grafiken“ nicht ausführen bzw. liefern kann, hätte man sich vielleicht mehr Zeit nehmen sollen, um die Handlung aufzupolieren und / oder ein anderes Genre auszuprobieren. Ein Visual Novel mit ausgefallenen Still hätte meiner Meinung nach besser funktionieren können.

 

Past Cure

ca. 35,99€
Past Cure
3.3

Handlung

3.5 /10

Grafik

3.2 /10

Gameplay

3.6 /10

Sound

3.2 /10

Preis

2.8 /10

Pros

  • Einige nette Zwischensequenzen

Cons

  • Schwache & Verwirrende Handlung
  • Umwelt nicht vielfältig genug
  • Schreckliche Sprachausgabe
  • Veraltete Grafik auf PS2-Level
  • Monotones Gameplay
32% Fazit:

Bei Past Cure handelt es sich um einer der schlechtesten Spiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe. Es weckte mein Interesse mit seinem Trailer und hatte mich eigentlich darauf gefreut, etwas auszuprobieren, was mir wie Quantum Break x The Evil Within vorkam. Den meisten Spaß, hatte ich tatsächlich während einiger Zwischensequenzen, die ziemlich anständig waren. Aber das war es auch.

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About Author

Daniel

Aufgewachsen bin ich mit Nintendo und Amiga, später folgten PlayStation und der PC. Ich bin den Konsolen treu geblieben (besitze noch alle) und Spiele alles, was eine gute Story besitzt. Außerdem bin ich ein großer Fan des Beat'em Up Genres.

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